Antikes Dokument der Hof Apotheke Karlsruhe

Die Geschichte

Die Hof-Apotheke - von jeher besonders

Historisch gesehen hatte die Hof-Apotheke unter den städtischen Apotheken einen besonderen Status und ihre ganz eigene Geschichte. Sie existiert bereits seit 1718, war zunächst aber keine öffentliche Apotheke: „Sie wurde als Leibapotheke bezeichnet, versorgte den Hof und die Armen der Stadt mit Heilmitteln und entwickelte sich später zu einer Apotheke, die auch die Landbevölkerung versorgte.“ (Zitat: Walter Schroff)

Erst für den Adel, dann für alle

Bis 1833 war die Apotheke im Hofbereich untergebracht. Das danach erteilte Personenprivileg wurde genutzt, um in die Kaiserstraße – damals „Lange Straße“ - zu ziehen. Hierfür ersteigerte man zunächst das ehemalige Palais der Gräfin Amalie und eröffnete dort als öffentliche Apotheke.

Hof-Apotheker – ein Titel, der verpflichtet

Antike Ertragstabelle der Hof Apotheke

Es war durchaus mehr als eine Ehre, Hof-Apotheker zu sein. Immer wieder richteten Apotheker aus ganz Baden Gesuche an das Staatsoberhaupt, dieses Privileg zu erhalten. In wirtschaftlich schlechten Zeiten konnte der Hof-Apotheker um staatliche Unterstützung in Form von Naturalien und Unterbringung für seine Gesellen ersuchen. Zu seinen Einnahmen durch die Verkäufe - auch an den Hof - erhielt er lange Zeit als Mitglied des Hofstaates zusätzlich ein festes Gehalt, das im Laufe der Jahre nach oben angepasst wurde – es lohnte sich also. Dass man als Hof-Apotheker auch bei den Karlsruher Bürgern ein hohes Ansehen genoss, zeigt der Prozess gegen eine polizeiliche Verfügung aus dem Jahr 1903. Hier entbrannte kurz eine Diskussion, ob man mit Erwerb der Apotheke automatisch berechtigt sei, einen solchen Titel weiterzuführen. Man erwartete durch die Bezeichnung auch die Erbringung besonderer Leistungen, die das Gericht als erfüllt ansah.

Vom Hof in das Herz der Stadt

Inzwischen befindet sich die Hof-Apotheke quasi „gegenüber“ vom ursprünglichen Sitz in der Kaiserstraße. Das imposante Gebäude, das von Hermann Billing im Jugendstil erbaut wurde, beeindruckt heute noch durch seine Embleme und Ornamente an der Fassade und prägt das Bild der Karlsruher Fußgängerzone mit.

Historischer Auszug aus dem Handelsregister

Quellen:

Walter Schroff: „Die historische Entwicklung des Apothekenwesens in Karlsruhe“. In: Günter Diercksen. Aus der Chronik der Ärzteschaft Karlsruhe, 1976.

Akten aus dem Generallandesarchiv Karlsruhe:

206 Nr. 18 - 19

206 Nr. 2494 - 2498

206 Nr. 2502-2503, in 206 Nr. 2502: Bild Ertragstabelle 1751 – 1770, in 206 Nr. 2503: Bild Besoldungsvermehrung

206 Nr. 2504-2509: In 206 Nr. 2508 Bild: Gehaltsaufstellung 1800 –1804, In 206 Nr. 2509 Bild: Liste der Mixturen, Tees, Arzneien für Hofangestellte

236 Nr. 1900

239 Nr. 9087: Bild: Auszug aus dem Handelsregister